12. Mai 2017

Leitung

Das Institut ITIVV (Institut für tiergestützte Interventionen auf verhaltenstherapeutischer und verhaltensmedizinischer Basis) ist in der Personengesellschaft „Prof. Dr. Georg Jungnitsch, ITIVV (vorm. Lederbogen und Jungnitsch GbR)“ organisiert und wird von dem Psychologen Prof. Dr. Georg Jungnitsch geleitet. Im Unterricht kommen ausschließlich fachlich ausgewiesene Gastdozenten zum Einsatz. Es besteht ein wissenschaftlicher Beirat.

SILKE LEDERBOGEN 

Silke Lederbogen (1964 – 2021) ist mit Tieren aufgewachsen und hat in ihrer Jugend ein einjähriges Praktikum in einer Demeter-Landwirtschaft (biologisch-dynamisch) gemacht und später eine EDV-Ausbildung. 17 Jahre lang hat sie freiberuflich an Volkshochschulen und bei der IHK unterrichtet (EDV-Kurse und Ausbildereignungsschein) und war zudem in der EDV-Branche selbstständig tätig. Außerdem hat sie viele Jahre lang eine Volkshochschulaußenstelle geleitet. Sie verfügt über eine staatlich anerkannte Ausbildereignung (AdA-IHK). Gegenwärtig ist sie Dozentin am Bildungswerk der Bayerischen Bezirke am Kloster Irsee für den dreitägigen Kurs  „Tiergestützte Interventionen“ mit den Themen: „Aspekte der Mensch-Tier-Beziehung – Wirkweisen von TGI – Versicherungsschutz für den Einsatz in einer Klinik – Hygieneaspekte – Ausbildung von Mensch-Tier-Teams – Erstellung von Regelkatalogen – §11 TierSchG und andere Aspekte von Ethik und Tierschutz – Erstellung eigener Konzepte“.

Von 2009 bis zu ihrem Tod arbeitete sie als Sozialpädagogin MA im Bezirksklinikum Mainkofen im Sozialdienst. Ihre Masterarbeit, die „Akira Studie“ beschäftigt sich damit, ob es sinnvoll ist einen Hund in Hochschulkursen einzusetzen. Ihre Bachelorarbeit hat sie zum Thema „Tiergestützte Interventionen in der stationären Psychiatrie – mit einem Konzept exemplarisch für das Bezirksklinikum Mainkofen“ geschrieben. Diese ist 2012 im Diplomica-Verlag Hamburg als Buch mit dem Titel „Tiere in der Therapie psychisch kranker Menschen – Ein Überblick über den Einsatz von Tieren in der stationären Psychiatrie“ erschienen.

Über 10 Jahre leitete Silke Lederbogen die eingesetzten Teams am BKH Mainkofen. Ihre Aufgabe war es, diese zu koordinieren und die Einhaltung aller Qualitätsstandards zu kontrollieren sowie neue Konzepte für den Einsatz von Tieren in der Allgemeinen und der Forensischen Psychiatrie zu entwickeln. Ihr Anspruch ist der hochprofessionelle Einsatz von TGI und ein wissenschaftlich fundierter Hintergrund der Maßnahmen, sowie die Berücksichtigung ethischer Gesichtspunkte und natürlich des Tierschutzes. Im Rahmen von Hospitationen und Praktika leitete sie die TN diverser akkreditierter Institute zur Fachkraftausbildung an. Ab Oktober 2019 setzte sie ein großes Alpakaprojekt in der Psychiatrie um. Dazu ziehen 11 Alpakahengste auf das Gelände der Klinik und arbeiten dann unter Anleitung von Fachkräften mit Forensischen Patienten, Patienten der multimodalen Schmerztherapie (Neurologie) und mit Patienten aus der Allgemeinpsychiatrie.

Silke Lederbogen hat die Sachkundeprüfung für Alpakas und Hunde abgelegt. Sie war Mitglied im NWK-Verein, beim AZVD e.V. (Alpakazuchtverein Deutschland) und bei Protek e.V. (Rehabilitationsverein und Träger von Arbeits- und Wohnprojekten für Menschen mit psychischen Erkrankungen und Behinderungen). Privat hat Frau Lederbogen zwei erwachsene Kinder und wohnt seit über 30 Jahren auf einem kleinen Nebenerwerbshof am Rande des Bayerischen Waldes. Dort hielt sie immer schon landwirtschaftliche Nutztiere wie Hühner, Enten, Gänse und Schafe. Seit Ende 2012 hat sie zusammen mit ihrem Mann, Georg Jungnitsch, eine kleine Alpakaherde (derzeit über 30 Stück). Mit ihm gemeinsam betrieb sie die Alpakazucht „Lindforst Alpakas“ und das Institut ITIVV.

PROF. DR. GEORG JUNGNITSCH

Prof. Dr. Georg Jungnitsch (geb. 1954) ist Diplom-Psychologe und approbierter Psychotherapeut; besitzt die Zusatzqualifikationen „Klinische Hypnose M.E.G.“ ;  „Psychologische Schmerztherapie“ und Fachkraft für TGI – Therapie (ESAAT) und war bis zur Pensionierung 2020 an der OTH Regensburg tätig. Er ist Supervisor und Selbsterfahrungsleiter in diversen staatlich anerkannten Ausbildungsinstituten zur Erlangung der Approbation als Psychologischer Psychotherapeut, bzw. Kinder- und Jugendlichen Psychotherapeut (AVM; AIM; AVR; IFT; BAP; CIP u.a.) und Ausbilder in den genannten Verhaltenstherapieinstituten sowie Ausbilder im Rahmen des Curriculums „Psychologische Schmerztherapie“ und von der Bayrischen Psychotherapeutenkammer Akkreditierter Fortbildungsleiter.

Als Supervisor ist er seit 1992 anerkannt. Sein Tätigkeitsschwerpunkt ist neben der Forschung und Lehre an der Ostbayrischen Technischen Hochschule Regensburg in der Fakultät für Angewandte Sozial- und Gesundheitswissenschaften seine Arbeit mit chronisch kranken Menschen und solchen mit chronischen Schmerzen sowie Verhaltenstherapie bei allen indizierten Störungsbildern. In der Ausbildung für StudentInnen der Sozialpädagogik behandelt er folgende Themenschwerpunkte: „Grundlagen der Psychologie“, „Psychologie behinderter Menschen und Rehabilitation“, „Forschungsmethodik“, „Kommunikation und Gesprächsführung“ und „Klinische Psychologie“ sowie „Tiergestützte Interventionen“. Er ist Initiator des Studienangebotes „Tiergestützte Soziale Arbeit“ an der OTH Regensburg und lehrt dort die Grundlagen der Tiergestützten Therapie sowie die Grundlagen der Konzeption von TGI für verschiedene Kompetenzbereiche zusammen mit seiner Kollegin, Frau Professor Dr. Weiderer.

Im Rahmen der Hochschulausbildung ist er inzwischen als Lehrbeauftragter weiterhin bei den Abschlussarbeiten (früher Diplom, heute Bachelor- und Masterarbeiten) tätig und betreut bereits seit Jahren unterschiedliche Themen und deren wissenschaftlichen Aufarbeitung sowohl theoretisch wie empirisch aus dem Bereich Tiergestützter Interventionen. Im Jahre 20017 wurde eine von ihm betreute Arbeit mit einer Anerkennung im Rahmen des Wissenschaftspreises zu Ehren von Prof. Dr. Erhard Olbrich ausgezeichnet (Rebecke Bönicke: Der Einfluss pferdegestützter Intervention – Hormonelle Auswirkungen bei Kindern mit einer gestörten Bindungsstruktur).

Er besitzt den Sachkundenachweis nach § 11 Tierschutzgesetz, ist Mitglied im Verein der Züchter, Halter und Freunde von Neuweltkameliden e.V. und ist mit der wissenschaftlichen Begleitung des Projektes der Tiergestützten Therapie am Bezirksklinikum Mainkofen, bis zu ihrem Tod zusammen mit Silke Lederbogen, befasst. In einer Kooperation begleitet er außerdem den Bereich der Tiergestützten Interventionen im Heimbereich sowie Einsatz sozialer Landwirtschaft und Tiergestützte Interventionen in der Förderschule am Kinderzentrum St.Vincent Regensburg wissenschaftlich. Er führt nun das Alpakaprojekt am Bezirksklinikum Mainkofen weiter und steht dort für alle Belange der TGI beratend zur Verfügung.

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